Blog von Thomas Severiens
Ob es überhaupt ein zu behandelndes Leiden gibt, ob also überhaupt die Presseverlage unter Newsaggregatoren und Suchmaschinen leiden oder ob sie nicht vielmehr von diesen profitieren ist heftig umstritten. Letztlich ging es nur noch darum, ein Gesetz mit dem gewünschten Titel zu verabschieden, weil es im Koalitionsvertrag steht und diese Zusage an die Presseverleger einzuhalten sei. So wurde in den letzten Tagen, insbesondere nachdem die Regierungskoalition mit einem Änderungsantrag am Dienstag dieser Woche die Begründung für das Gesetz ins Gegenteil verkehrte und die einzige Regelung, die über das bestehende Urheberrecht hinaus ging aufhob, das Gesetz zum sinnfreien Selbstläufer. Es war schon traurig heute früh zu erleben, wie sich unsere Volksvertreter inkl. der zugehörigen Geschäftsordnungsdebatte geschlagene 100 Minuten mit dem Thema befassten. Letztlich ohne Wirkung, denn die Regierungsmehrheit hat es durchgewunken.
Allerdings lief es auch nur deshalb durch, weil 52 Abgeordnete der Opposition der Sitzung fern blieben. Bleibt die Frage nach deren Motivation.
Bleibt zu hoffen, dass der Bundesrat ein inhaltlich wie technisch verunglücktes Gesetz in den Vermittlungsausschuss zurück schickt. Verlierer dieses Gesetzes wären letztlich alle Journalisten als Urheber, alle kleinen und mittleren Verlage und alle Suchmaschinen und Textmining Entwickler/Anbieter, also fast alle außer ein paar ganz großen, die sich längst im Hintergrund alle notwendigen Lizenzen gegenseitig eingeräumt haben. Kartellschaffung qua Gesetz sozusagen. Dass das europarechtlich sauber ist, glaubte letztlich nicht einmal der zuständige Rechtsausschuss selbst.
Als erste profitieren von diesen neuen Zahlungswegen alle Tagungsveranstalter der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die ab sofort ihren Teilnehmern
Kreditkartenzahlung anbieten können und deren Zahlungseingänge direkt auf der jeweiligen Kostenstelle der Tagung verbucht wird und im SAP-System der
Hochschule erscheint.
Die Internetkassen anderer Hochschulen werden wir nach Bedarf einbinden.
„The Papercore project is an open and free database for all scientists. Based on the wiki principle,
Papercore allows scientists to write, store and edit summaries of scientific articles. Through this collective
community process [it] should […be] possible to summarize large areas of knowledge efficiently.”
Idee von Papercore ist es, durch das Schreiben von Zusammenfassungen, die wesentlichen inhaltlichen Aussagen eines Artikels zu erfassen, um so dem Leser einen schnellen Einstieg in ein Thema und einen kompakten Zugang zum Inhalt von Artikeln für seine eigene wissenschaftliche Arbeit zu geben. Dies soll es einem Wissenschaftler ermöglichen die wirklich für ihn wichtigen Artikel herauszufiltern, um nur diese dann in ihrer Vollversion zu lesen.
Moderne Methoden fördern gelegentlich das Entlehnen von Fachworten aus anderen Disziplinen. Trendscouts kannte man bisher vorwiegend aus der Modewelt, mit dem Versuch, Ihrer Glaskugel ein wenig Farbe zu verleihen, um die Länge der Miniröcke der nächsten Saison vorherzusagen, damit die Modefabrikanten ausreichend und nicht zu viel Stoff in den bald beliebtesten Mustern und Farben produzieren können. Letztlich ist es für Foschungsförderer genauso wichtig, früh auf jene Forschungslinien zu setzen, die letztlich zu Durchbrüchen führen werden. Noch wichtiger und viel schwieriger: Neue Forschungsfelder zu entdecken, um deren Potential früh abschätzen und diese ggf. fördern zu können.
Der moderne Trendscout sucht nach Forschungsfeldern, die gänzlich neu sind oder nach abgewandelten Spielarten bekannter Forschungsfelder, nach neuen Methoden, Modellen und Technologien. Er versucht in Millionen von Publikationen, Patentanträgen und Websites genau jene zu finden, die etwas Neues bieten: Die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.
Technische Unterstützung ist dabei unerlässlich, denn funktionierende und zuverlässige Glaskugeln sind ziemlich selten. Ein technischer Ansatz ist es dabei, Methoden der Feldabgrenzung abzuwandeln. Dies bedeutet nicht nach jenen Objekten zu suchen, die zu einem Cluster gehören, sondern nach jenen, die sich von allen bekannten Forschungsfeldern hinreichend stark unterscheiden und dabei einen neuen Fachcluster begründen. Erste Tests unserer eigenen, linguistisch basierten Algorithmen zeigen inzwischen spannende Ergebnisse für den STM-Bereich, also Naturwissenschaften, Technik und Medizin.
Expernova unterstützt die Suche nach Experten zu wissenschaftlichen Fragestellungen. Dabei nutzt der Dienst eine Datenbasis, der die Publikationen aus Open Access Repositorien, Patentdatenbanken, Projektdatenbanken der Förderinstitutionen und anderen offenen Quellen zugrunde liegen. Es werden Co-Zitationen und Institutszugehörigkeiten ausgewertet und der Zugriff auf die jeweils informationsliefernde Internetseite direkt bezeigt, so dass man sehr schnell zu vielen (nicht nur Physik-relevanten) Fragestellungen Ansprechpartner findet, die zu dieser Fragestellung publiziert haben bzw. hierzu forschen.
Derzeit strukturieren wir den Dienst PhysNet komplett um. PhysNet wurde 1995 gegruendet und bekam 1999 einen kompletten Relaunch; es wurden seither zahlreiche Dienste hinzugenommen, sowie ein RDF- bzw. OWL-basiertes Datenmodell aufgesetzt, das auch komplexe (nicht nur lineare) Zusammenhänge von Informationen verwalten kann.
Zur Zeit erweitern wir PhysNet um zeitgemäße Web2.0-Komponenten und eine Einbindung in soziale Netzwerke. Dabei werden auch einige neue Dienste hinzukommen. Diese werden teils mit Partnern entwickelt, teils von diesen angeboten. Bei der Suche nach geeigneten Diensten, wurden wir bei Expernova fündig. Die Qualität dieses Dienstes hat uns überzeugt, ihn in PhysNet aufzunehmen.
Das neue PhysNet wird nach ausführlichen Tests voraussichtlich im Herbst 2012 zur allgemeinen Verfügung stehen.
Eine eindeutige (nicht im Sinne des englisches Begriffes „unique“), übergreifende und persistente Autorenidentifikation ist im Interesse aller am Wissenschaftprozess beteiligten Personen, von den Bibliotheken und Verlagen, über die Förderer bis hin zu den Wissenschaftlern selbst. Bisher gibt es hier nur Insellösungen in einzelnen Repositorien, Verlagen oder Nachweisdiensten und keine übergreifende, umfassende Lösung, weil der dazu notwendige Zugriff auf die Datenbestände Dritter verweigert wird, oder national hoheitliche Anforderungen entgegenstehen. Es fehlt auch an Konzepten und Vertrauen bzgl. des Schutzes vor Missbrauch der Daten.
Die in 2009 gegründete internationale Initiative ORCID (Open Researcher & Contributor ID) verfolgt nun das Ziel, einen international einheitlichen Standard zur Identifikation wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren zu etablieren, der die vorhandenen Insellösungen verbindet und gleichzeitig einen eigenen Identifikator etabliert. Hierzu wurde als Erstes ein breites Konsortium an ORCID-Unterstützern gegründet – zu denen seit Beginn auch das ISN gehört. Der „non-profit“-Ansatz, die volle Internationalität und die offene Gleichbehandlung von ORCID verspricht, den notwendigen Spagat zwischen einer globalen und einer sicheren Lösung zu schaffen.
Wir haben zusammen mit DINI und der Helmholtz-Gemeinschaft diesen Workshop initiiert, um in Deutschland das Bewusstsein für die technischen und organisatorischen Anforderungen und Chancen eines globalen Autorenidentifikationssystems zu verbreitern, und insbesondere die inzwischen zahlreichen Open Access Repositorien, wie auch Autoren und Institute zu informieren, wie sie Nutzen aus einer Teilnahme an ORCID für ihre Dienste ziehen können.
They asked “almost exclusively scientists, and the majority of the scientists were physical scientists.” Their motivation for the study was that “the vast majority of the research literature [about digital repositories] concerns the mechanics and problems of running them.” They try to “show what impact more than a decade of digital repositories has had on scholarly attitudes and information-seeking behaviour.” They asked the scientists by sending 85,000 emails during the Christmas days 2011. They got only 1,685 usable responses.
“Nearly two-thirds … [of the respondents] had deposited in … a [digital] repository”. While the younger of the researchers prefer deposition in Institutional Repositories, the older of the researchers prefer usage of Subject Repositories. It is interesting to know that “around three-quarters of the depositors also make arrangements to provide access via their personal or institutional website”.
Nearly all scientists said, that they “use digital repositories to find information”, which may “reflect the strength of support for arXiv.” The questionnaire shows what changes in repositories could convince more scientists to submit their publication, as there are e.g. clear statements for long term availability of the service, easier to understand copyright regulations, a closer technical incorporation into their own website. They cannot be convinced by easier to use web sites, but they “thought the quality of the content, speed of response” to be very good.
Read more at: Learned Publishing, Vol. 25, No. 3, July 2012: (doi.:10.1087/20120306)
Papercore erlaubt das kollaborative Erstellen von Zusammenfassungen, also Texten, die auf etwa 10% der Länge die wesentlichen Ideen und Kernaussagen des Original-Artikels zusammenfassen. Um sich in ein Fachgebiet einzuarbeiten oder den Überblick über den aktuellen Informationsstand zu behalten: Durch das Lesen einer Zusammenfassung kann man kann viel Zeit sparen, und wird auf das Wesentliche fokussiert, die relevanten neuen Ergebnisse. Das macht die eigene Arbeit effektiver und befördert auch die eigenen Ideen!
Bisher gibt es nur wenige Fachgebiete, in denen Zusammenfassungen schon den Arbeitsalltag erleichtern und den Informationsfluss effizienter machen. Papercore bietet zusätzlich eine moderne zukunftsfähige online-Umsetzung mit Wiki-artigen Diensten. Sie ermöglicht so auch anderen Wissenschafts-Fächern, diesen Dienst bei sich einzusetzen.
Ganz leise, fast unbemerkt von uns selbst hat ISN sein zweites Jahrzehnt begonnen. Was begann als eine Idee, geboren aus einer Arbeitsgruppe für Theoretische Physik hat sich schnell zu einer eigenen und durch den wissenschaftlichen Austausch mit vielen Physik-Arbeitsgruppen beflügelten Aktivität entwickelt. Auch jetzt, 10 Jahre später, ist der Draht zur Physik immer noch stark, aber es sind viele neue Drähte hinzugekommen. So haben wir zahlreiche Projekte aus dem Bereich der Fernerkundung und der Meeresforschung begleitet, haben internationale Projekte z.B. Erziehungswissenschaft technisch unterstützt aber auch unseren Horizont durch Projekte und daraus entstandenen Produkten außerhalb des akademischen Kontextes erweitert.
Wir gratulieren uns selbst zu den ersten 10 Jahren, stürzen uns voller Freude und Spannung in die nächsten 10 Jahre und schenken uns zum Geburtstag eine, diese neue Homepage.
